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Therapieoptionen

Akne inversa ist chronisch und somit nicht heilbar!

Es gibt jedoch Therapien, die die Symptome erfolgreich reduzieren können.


Mögliche Therapien:


Chirurgische Eingriffe:

Zum einen gibt es die Spaltung eines Abszesses.
Hierbei geht es meistens um einen kurzen operativen Eingriff mit einer lokalen Anästhesie, manchmal ist auch eine kurze Vollnarkose möglich. Meistens wird der Eingriff ambulant durchgeführt.
Der Abszess wird durch einen kleinen Schnitt geöffnet, so dass Flüssigkeiten wie Eiter und Blut ablaufen können. Das Spalten von Abszessen führt zu einer schnellen Schmerzlinderung, jedoch kann sich die Abszesshöhle wieder mit neuem Eiter füllen.

Zum anderen gibt es die Sanierung (Exzision) eines Abszesses.
Wenn eine größere Hautregion betroffen ist, fällt die OP auch größer aus. Die Behandlungsmethode ist mit einem Krankenhausaufenthalt verbunden. Die Sanierung ist nur mit einer Vollnarkose möglich. Die Abszesse werden großflächig rausgeschnitten. Eine sekundäre (offene) Wundheilung wird von vielen Chirurgen bevorzugt, da somit das Rezidiv-Risiko deutlich geringer ausfällt. Der Heilungsprozess kann mehrere Monate dauern, bei größeren Wunden ist auch eine Hauttransplantation möglich.

Laut der aktuellen Leitlinie ist die Operation bei Akne inversa eine der wichtigsten Säulen der Behandlung, vor allem, wenn es schon irreversible Hautschädigungen, wie tiefe Fisteln und Brückennarben gibt.
Wichtig im Falle einer großen Operation ist die professionelle Wundversorgung im Anschluss.

Quelle: Hautarztpraxis Mainz; Leitlinien Akne inversa / Hidradenitis suppurativa (2012)


Medikamentöse Therapie

Antibiotika Therapie:

Eine Antibiotika-Kur wird gerne und oft verschrieben. Wichtig ist, dass der behandelnde Arzt via Abstrich den Bakterienstamm bestimmt und danach das richtige Präparat auswählt. Antibiotika können auch zur Vorbereitung einer OP verabreicht werden. Damit wird in den meisten Fällen erreicht, eine starke Infektion in den Griff zu bekommen. Die Dauertherapie mit Antibiotika ist jedoch wegen der möglichen Resistenzen-Bildung und den möglichen Nebenwirkungen ausgeschlossen.

Biologika Therapie:

Ein Präparat wird von AbbVie angeboten (Humira®).

Biologika sind humane Antikörper, die gezielt das Immunsystem unterdrücken. Dadurch kann der Entzündungsprozess unterbrochen und die Erkrankung kontrolliert werden.
Biologika kann man bei Akne inversa nur einsetzen, wenn die Krankheit mittelschwer bis schwer ausgeprägt ist und wenn andere Therapien nicht gewirkt haben oder nicht vertragen wurden.

Wichtig sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen, da die Einnahme mit vielen Nebenwirkungen verbunden sein kann und das Immunsystem durch die Behandlung beeinflusst wird.

Quelle: Abbvie Care; Leitlinien Akne inversa / Hidradenitis suppurativa (2012)


Physikalische Therapie:

Die lAight®-Therapie wurde von LENICURA zur Behandlung von Akne inversa, akuten Abzessen und Akne entwickelt. Die Therapie besteht aus einer Kombination von elektromagnetischen Wellen (Licht und Radiofrequenz). Hierbei werden die betroffenen Hautareale lokal und ohne chirurgischen Eingriff mit einem speziell für die lAight®-Therapie entwickelten Gerät behandelt. Diese Option kann als Langzeittherapie genutzt werden, die Nebenwirkungen der lAight®-Therapie beschränken sich auf temporäre Hautirritationen.

Wenn der Betroffene zustimmt kann der Therapieverlauf mittels einer Software dokumentiert werden. Der Patient verfügt über einen Login und kann somit auf seine Behandlungsverläufe und Fortschritte zugreifen.

Quelle: lAight-Netzwerk; Hautarztpraxis Mainz


Kombination verschiedener Therapien:

Manchmal ist auch eine Kombination mehrerer Therapie-Optionen sinnvoll.
Die lAight®-Therapie kann optimal als operationsvorbereitende Maßnahme genutzt werden, um das betroffene und zu entfernende Areal zu verkleinern und die Entzündungen zu minimieren.
Auch eine Antibiotika-Kur oder Humira® kann vor Operationen eingesetzt werden um das betroffene Areal zu verkleinern. Nach einer Sanierung kann die lAight®-Therapie präventiv eingesetzt werden um zu vermeiden, dass das operierte Gewebe erneut befallen wird.

Hier gibt es viele Möglichkeiten der Kombinationen. Den richtigen Behandlungsplan muss der behandelnde Arzt in Absprache mit dem Patienten erstellen.

Quelle: lAight-Netzwerk; Hautarztpraxis Mainz


Psychotherapie:

Eine Psychotherapie ist für viele Patienten ein wichtiger Baustein in der Behandlung von Akne inversa. Das Umgehen mit einer chronischen Erkrankung ist von Mensch zu Mensch verschieden. Oft fällt es Betroffenen schwer um Hilfe zu bitten oder diese anzunehmen.
Durch die Auswirkungen von Akne inversa können psychische, emotionale und soziale Probleme und Druck entstehen.

Die Belastungen der Krankheit führen zu:

  • Stark gemindertem Selbstwertgefühl
  • Ängsten
  • Hilflosigkeit
  • Vereinsamung
  • Probleme in der Partnerschaft
  • Sexuelle Einschränkung (sowohl psychisch als auch physisch)

Ein Psychotherapeut kann verschiedenste Hilfen dabei bieten.

  • Entspannungsübungen zur Stressbewältigung
  • Gesprächstherapie – Hilfe zur Selbsthilfe
  • Ggf. medikamentöse Hilfen
  • Verhaltenstherapie

Wichtig bei einer Psychotherapie ist Empathie und Sympathie zwischen Therapeut und Patient, um ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Sollte die „Chemie“ nicht stimmen, sollte der Mut aufgebracht werden, einen neuen Therapeuten zu finden.

Quelle: Leitlinien Akne inversa / Hidradenitis suppurativa (2012)